Home SonstigesGastrobericht IKARUS Hangar 7 in Salzburg

IKARUS Hangar 7 in Salzburg

von Alex

Zu meinem 30er habe ich von meinen Eltern einen Gutschein für einen Kochkurs meiner Wahl geschenkt bekommen. Ein wunderbares Geschenk, ich habe mich sehr gefreut darüber. Leider musste ich bald feststellen dass meine „Lieblingsköche“ alle für sehr lange Zeit ausgebucht waren. Nach reiflicher Überlegung habe ich mein Geschenk in ein anderes umgewandelt: den Besuch in einem „großen“ Restaurant mit der ganzen Familie. Die Wahl ist auf das IKARUS Hangar 7 gefallen, den Gastro-Tempel von Red Bull am Flughafen Salzburg.

Das IKARUS Hangar 7

Das IKARUS Hangar 7 ist ein unglaublich tolles Ereignis. Man parkt sein Auto und geht direkt bei freiem Eintritt in das Red Bull-Museum im Hangar 7. Das Gebäude an sich ist schon sehr fotogen, die ausgestellten Fahr- bzw. Flugzeuge noch umso mehr.

Zum Aperitif wurden wir in den 2. Stock begleitet wo eine pinke Sofalandschaft auf uns wartete. 6,- für einen alkoholfreien Cocktail (San Francisco) sind nicht zu teuer, das Service sehr herzlich.

Dann ab ins Restaurant im 1. Stock – wieder wurden wir dorthin geleitet. Eine junge Crew an Servicekräften führte uns gleich in den Ablauf des Abends ein, die Gastköchin Cornelia Poletto wurde uns vorgestellt (leider nicht persönlich) und schon konnte das Spektakel beginnen.

Mit einem trockenen Schaumwein wurde uns die Menü-Entscheidung erleichtert, ich entschied mich für folgendes:

Menü II Cornelia Poletto

AMUSE BOUCHE

Kaninchentee mit eigenem Gebäck

Menü:

Rhabarber-Pizzette mit Gänsestopfleber und Morcheln

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„Frutti di Mare“

hangar7_frutti_di_mare

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Ravioli mit Pecorino liquido und Amalfizitronen

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Eismeersaibling in Olivenöl konfiert mit Stampfkartoffeln und Wildkräutern

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Senne Heidschnucke mit violetten Artischocken

hangar7_heidschnucke

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Schokolade und Passionsfrucht

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Alle Gänge waren wie erwartet ausgezeichnet. Mein persönlicher Star war aber das Amuse bouche. Es war eine Variation von Kaninchenzubereitungsarten: als Kaninchenjus mit Schwarztee, als Kaninchenpraline, in einem Servierlöffel mit feinen Gemüsewürfel und Dressing und noch auf einem Crouton. Sensationell, vom Tee hätten wir gerne noch eine Kanne nachbestellt (was und auch gleich angeboten wurde). Absolut erwähnenswert auch die herrliche Kombination von Rhabarber und Gänsestopfleber in der Vorspeise – perfekte Kombi.

In den „Frutti di Mare“ schmeckte man ganz besonders das Mare – die Venusmuscheln, Garnelen und Oktopusse waren sehr naturbelassen – generell ein Motto das sich durch den Abend zog.

Sehr gut auch die Ravioli mit Pecorino liquido. Die Amalfizitronen schmeckte man sehr deutlich heraus – einzig – vielleicht hätte ich mir den Pecorino noch ein wenig deutlicher gewünscht.

Der Hauptgang überzeugte

Der Eismeersaibling war ein Gedicht, perfekt zubereitet, supersaftig und mit den Kräutern wieder herrlich natürlich. Für mich die eigentliche Hauptspeise, die anschließende Heidschnucke war zwar auch sehr lecker, hätte es aber gar nicht mehr gebraucht.

Den krönenden Abschluss bot ein Schokoladesockel, der ein Gitter mit Passionsfruchtsorbet trug. Ja, da hab ich auch nicht „Nein“ gesagt. Das Dessert im Menü I. bestand aus einem Estragonsorbet mit Erdbeere. Ich persönlich fand es zwar interessant, als Dessert aber für mich nicht geeignet. Mein Bruder hingegen war vollends verzaubert und versprach: „Ich werde nicht eher ruhen bis ich dieses Sorbet perfekt nachgekocht habe!“ – Na mal schauen wann es soweit sein wird.

Unerwähnt blieben bis jetzt noch die Kleinigkeiten die abseits des Menüplanes serviert wurden bzw. zu ordern waren. So bekamen wir zur Begrüßung einen Teller mit 5erlei Butter mit Gebäck, vor dem Dessert wurden noch 2 Wägen mit Käseleckereien aufgefahren und kurz vor der Rechnung noch ein weiterer Wagen mit Pralinen und Gelees – sollte einem bestimmt noch ein Lächeln ins Gesicht zaubern kurz bevor man eines Herzinfarktes wegen das Zeitliche segnet. Zu empfehlen sind hier die gesalzenen Karamellpralinen. Danach hab ich mir geschworen nie wieder Zähne zu putzen um den Geschmack für ewig zu konservieren.

Das liebe Geld …

Das dieser Spaß nicht ganz günstig ist, braucht an dieser Stelle nicht erwähnt zu werden. Pro Menü sind 120,- zu berappen, mit Weinempfehlung sogar 210,-. Übrigens: Nur die Speisekarte der Herren enthält eine Preisinformation, die der Damen nicht – bei aller Fortschrittlichkeit scheint sich die Gleichberechtigung hier noch nicht ganz durchgesprochen zu haben – mal Frau Poletto fragen wie sie das sieht 🙂

Da ich die Rechnung nicht im Detail gesehen habe kann ich auch keine komplette Auskunft darüber geben. Doch man kann noch festhalten dass man hier nichts geschenkt bekommt. Man wird sensationell bewirtet, wirklich perfekt, doch es hat auch alles seinen Preis. Also wer Lust bekommen hat sich hier verwöhnen zu lassen sollte nicht unter 150,- pro Person erscheinen – wem spezieller Wein beim Essen sehr wichtig ist legt weitere 50,- bis 100,- drauf.

Herr Ober …

Das Service ist hier wirklich sensationell. Schon kurz nach der Online-Reservierung wurde man immer wieder erinnert ein Gast bei IKARUS Hangar 7 zu sein. So wurde mir beispielsweise auch eine extra Zeitschrift zugesandt. Am Tag vor dem Essen wurde ich auch noch einmal telefonisch daran erinnert einen Tisch reserviert zu haben. Aber alles nicht aufdringlich oder arrogant, sondern sehr freundlich und offen. So empfanden wir auch den gesamten Abend: man isst bei Freunden (zumindest bis man die Rechnung bekommt) 🙂

Nebenbei erwähnt fand an diesem Abend das Champions League Finale statt, unter den Kellnern auch einige Bayern-Fans. Eine witzige Stichelei für den restlichen Abend war vorprogrammiert.

Wie bitte ?

Das Ambiente im IKARUS Hangar 7  ist prinzipiell sehr angenehm. Die moderne Konstruktion des Gebäudes harmoniert mit der Einrichtung, die Tische sind nicht überladen. Die Stühle habe ich als sehr komfortabel empfunden, man konnte darin gut aufrecht sitzen, mit zunehmendem Magenumfang aber auch bequemer lümmeln. Einziger Kritikpunkt war die Raumakustik. Bei maximal 10-15 Tischen im Raum war es teilweise nicht einfach sein Gegenüber (und wir hatten einen größeren Tisch) akustisch wahrzunehmen. Der Geräuschpegel war recht laut, was das Resultat der sehr glatten Oberflächen und Materialien des Raumes ist.

Fazit:

Ich kann nur jedem Empfehlen sich einmal im Leben derart kulinarisch verwöhnen zu lassen. Für mich war es eine absolute Bereicherung und tolle Erfahrung, gerne wieder 😉 Ich bin mir sicher nicht zum letzten Mal im IKARUS Hangar 7 gespeist zu haben, das Gastköchekonzept (jedes Monat einen anderen internationalen Starkoch im Haus) bietet mir eine tolle Möglichkeit in andere Töpfe schauen zu können.

Ganz nebenbei: Auch die „normale“ IKARUS-Menükarte las sich hervorragend. Problem war hier allerdings, dass man diese Menüs nur tischweise ordern konnte.

Danke:

An der Stelle möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei meinem Vater für die Einladung bedanken, war ein toller Tag. Und natürlich auch bei allen anderen „Mitessern“ 🙂

Infos:

Red Bull Hangar-7 GmbH

Wilhelm-Spazier-Str. 7a

5020 Salzburg

http://www.hangar-7.com

Passende Begleiter findet du hier:*

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12 Kommentare

lamiacucina 23. Mai 2010 - 14:44

und C. Poletto war in der Küche oder wurde nur nach ihren Rezepten gekocht ?

Reply
Alex 23. Mai 2010 - 15:17

Also sie hat sich mal nicht vergestellt zumindest. Aber wir haben auch nicht gefragt – wir sind hauptsächlich wegen dem Essen gekommen.

Reply
tobias kocht! 25. Mai 2010 - 09:20

Da wollte ich auch schon mal hin. Danke für den Bericht!

Reply
Alex 25. Mai 2010 - 12:27

Solltest du unbedingt.

Reply
Jutta Lorbeerkrone 25. Mai 2010 - 16:53

Solche Beschreibungen finde ich richtig poetisch! Danke! Ich war bis jetzt nur 2x bei solchen „degustazioni“ aber was war das nicht traumhaft. Tja, meine Mama wohnt in Wien und ich war noch nie in Salzburg. Passt doch…. Uebrigens kostet so ein Erlebnis anscheinend weniger in Oesterreich als in Italien. Auf diesem Niveau meine ich. Ciao!

Reply
Alex 25. Mai 2010 - 19:46

Wieviel kostet es denn dann erst in Italien ?

Reply
marlis 13. Juni 2010 - 00:54

endlich informiert! klingt formidabel – freue mich auf ein nächstes gemeinsames essen/kochen

Reply
berlin catering fingerfood 14. Juli 2010 - 11:43

Klingt nach einem super Paket. Besonders für mich als Architekt bzw. Ingenieur eine schöne Kombination aus kulinarischem und konstruktiven Erlebnis. Und ein bischen Kultur gibts auch noch dazu. Sehr schönes Menu. Werd wenn ich in der Nähe bin einen Besuch einplanen… Danke für den ausführlichen Tip

Reply
marlis 3. November 2010 - 23:19

wer sind dene lieblingsköche???

Reply
marlis 3. November 2010 - 23:19

deine natürlich

Reply
Sabau George 12. Dezember 2010 - 00:40

si eu sunt un pasionat al poeziilor, frumos blog 😀

Reply
Brigitte 12. Juli 2013 - 22:38

Danke für die sehr genaue und herrlich amüsante Beschreibung !!! Bestens !!! 😉

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