Es wächst alles fleissig vor sich hin

Ich bin ein großer Fan vom Eigenanbau von essbaren Pflanzen auf Balkonen. Seit meinem letzten Eintrag betreffend Einkauf der Kräuter sind noch einige Kollegen dazugekommen aber einer hat mich leider schon wieder verlassen müssen.

Es war der Lavendel der gehen musste. Eigentlich wurde er von mir gerade zur Abwehr von Blattläusen eingepflanzt. Leider hat er genau das Gegenteil gemacht, nämlich Blattläuse angezogen. Er hat letztens irgendeine Flüßigkeit „ausgeschwitzt“ und darauf sind die grünen Biester total abgefahren. Tante Google ist sich nicht ganz einig warum das so ist. Manche sprechen von „der falschen Sorte“, andere wieder von „ungünstigen Bedingungen“. Wie auch immer – ich mag keine Blattläuse und jetzt darf der liebe Lavendel auf einer angrenzenden Bauernwiese blühen.

Sein Platz ist aber auch schon vergeben, da herrscht großer Andrang auf der Warteschlange. Ein vietnamesischer Koriander durfte kurzerhand einspringen und soll ab sofort für die exotische Note in meiner Küche sorgen. Ich habe mich bewusst gegen den normalen Koriander entschieden, da ich damit nicht so gute Erfahrungen gemacht habe. Er war sehr empfindlich und war nicht ganz so Ergiebig wie gewünscht. Bei der vietnamesischen Sorte habe ich weniger Angst, die sieht sehr robust aus und verspricht tolle Erträge.

Die ersten Erträge habe ich schon mit meinen Erdbeeren gehabt. Ich hab die das erste Mal am Start dieses Jahr, drei Pflänzlein durften an Board. Und ich bin schon in den Genuss vollreifer, geschmacksintensiver Früchte gekommen. Satt wurde ich davon noch nicht, aber eine einzige Erdbeere rechtfertigt schon das Dasein. Extrem süß und fruchtig – man fühlt sich gleich um Jahre in die frühe Kindheit zurückversetzt – also die Welt noch in Ordnung war. Kein Vergleich mit den meist wässrigen Kollegen aus dem Supermarktregalen, die durch starkes Düngern an ihre Wachstumsgrenzen kommen. Gar nicht vorzustellen wie intensiv eine Marmelade daraus schmecken würde … *träum*

Noch nicht ernten konnte ich bisher meine Tomaten. Auch sie sind das erste Mal dabei. Zwei Pflanzen sollen für reichliche Erträge sorgen, bisher sind aber nur 2 kleine grüne Früchte zu sehen. Die vielen Blüten machen mich aber optimistisch und ich freue mich auf meinen ersten Sommersalat vom eigenen Anbau.

Basilikum ist auch erst seit dieser Woche wieder da – unverzichtbar für mich. Drei Pflanzen dürfen es immer sein. Diese wuchern dann immer wie wild und ich komme mit dem Abernten gar nicht mehr nach. Dabei ist das ja bei all den Kräutern enorm wichtig. Nur so können sie richtig wachsen und werden schön buschig. Das gilt übrigens für alle Kräuter. Also nie Blätter abzupfen sondern immer mit einer Schere den Stängel möglich überhalb des untersten Triebes abschneiden. Hier wachsen dann zwei starke Zweige nach und der Ertag Verdoppelt sich. Ich hab das mal hier versucht zu demonstrieren.

Und wenn man auch einem recht überschaubaren Balkon wohnt und nicht alles mit Töpfen verstellt haben will, muss man auch jeden Platz nützen. Deswegen habe ich mir zwei Töpfe gekauft, die man einfach an eine Dachrinne klemmen kann. Das ist nicht nur dekorativ sondern eben auch platzsparend. Optimalerweise sind das bei mir zwei Kräuter die recht anspruchslos sind und der prallen Sonne nicht abgeneigt sind. Lorbeer und Rosmarin. Und beide dürfen auch noch stets das schöne Alpenpanorama genießen.

Der Rest wuchert herum und kämpft um die besten Plätze bzw. die Vorherrschaft im Kisterl. Der Oregano scheint sich gegenüber dem Schnittlauch zu behaupten, das schreit förmlich nach Pizza um wieder für Chancengleichheit zu sorgen.

Dem Thymian konnte ich auch durch ständige Ernte nicht Herr werden, er musste in einen eigenen Kübel übersiedeln bevor er seine Nachbarn erdrückt hätte. Er scheint dort aber unverändert glücklich zu sein und blüht nun auch vor sich hin. Eigentlich ist das ja kein wünschenswerter Zustand – Kräuter verlieren an Aroma da sich die Pflanze dann auf die Blüten konzentriert – aber in dem Fall werde ich mal einen Ausnahme machen und meinen Bienen und Wespen den Spaß gönnen.

Also alles blendend im Paradies 🙂

5 Comments

  1. Pepe Nero 17. Juni 2012
  2. Schnick Schnack Schnuck 17. Juni 2012
  3. barcalex 17. Juni 2012
  4. Sonja 17. Juni 2012
  5. barcalex 18. Juni 2012

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