Leinöl

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Lein oder auch Flachs genannt, ist eine blau blühende, einjährige, 1 Meter hohe Pflanze, die in fast ganz Europa verbreitet ist. Die zur Pflanzenfamilie der Linaceae (Leingewächsen) gehörende Pflanze ist seit Jahrtausenden als Heil- und Lebensmittel bekannt. Bereits in der jüngeren Steinzeit wurde Lein bei uns kultiviert. In Pfahlbauten fand man 3000 bis 4000 Jahre alte Samen und Leingewebe. Bis zum ersten Weltkrieg wurde in Mitteleuropa Lein (Flachs) im grossen Stil angebaut. Die Samen enthalten 33 bis 43% Öl.

Der Pflanzenstängel liefert die Bastfaser, aus denen Leinen gewoben wird.

An der Luft zersetzt sich Leinöl schnell und verharzt. Es bildet sich ein dünner Film an der Oberfläche. Deshalb ist Leinöl ein wesentlicher Bestandteil aller Ölfarbanstriche und des Linoleums. Das Leinöl sollte als Speiseöl so schnell wie möglich gebraucht werden.


[Bearbeiten] Haltbarkeit

Bei kühler und dunkler Lagerung ca. 3-4 Monate

[Bearbeiten] Inhaltsstoffe

Leinöl:
gesättigte Fettsäuren Ölsäure Linolsäure Alpha-Linolensäure Gamma-Linolensäure Vitamin E Begleitstoffe
ca. 10% ca. 17% ca. 15% ca. 58% - ca. 36 mg / 100 ml Schleimstoffe und Vitamine


[Bearbeiten] Verwendung

Allgemein


Leinöl ist eines der gesündesten Speiseöle überhaupt. Des weiteren ist es das einzige Öl, für welches es auch noch Anwendung gibt, wenn das Öl bereits infolge zu langem Nichtgebrauch ungeniessbar geworden ist: Zur Leder- und Holzpflege ist es selbst dann noch ausgezeichnet geeignet.

Dem Leinöl wird schmerzlindernde Wirkung nachgesagt. Mit 58% an dreifach ungesättigten Fettsäuren (Alpha-Linolensäure), hat Leinöl den höchsten Gehalt dieser sehr wichtigen Omega 3 Fettsäure aller bekannten Speiseöle.


Als Speiseöl


Ähnlich wie im Fischöl sorgen die Alpha-Linolensäuren indirekt für die Bildung bestimmter Botenstoffe, die Fliessgeschwindigkeit des Blutes verbessern. Zudem wird ein Botenstoff gehemmt, der eine übermässige Blutgerinnung fördert. Ausserdem wirkt die Alpha-Linolensäure schmerzstillend und entzündungshemmend. Dem Leinöl wird dank dem grossen Anteil an Alpha-Linolensäure auch eine stark Cholesterin senkende Wirkung nachgesagt. Das gesamte Blutfettsystem wird positiv beeinflusst. Leinöl ist tatsächlich ein Spezialist, der das Gefässsystem stärkt und pflegt und den roten Blutkörperchen Â»freie Fahrt« verschafft. Aber leider sind der Verwendung des Leinöls in der Küche Grenzen gesetzt. Infolge des starken Geschmacks, der an frisch geschnittenes Gras erinnert, lässt sich das Leinöl nur begrenzt einsetzen. Sehr beliebt sind Quark mit Leinöl und Kartoffeln. Findet man den Leinölgeschmack köstlich, lässt es sich auch zu allen Gemüsegerichten, Kartoffeln und zu Rohkost einsetzen.


Andere Anwendungen


- Äusserlich angewendet, ist Leinöl (gemischt mit Jojobaöl) wegen seines zellregenerierenden Effekts hilfreich bei schmerzhaften Hautrissen und berufsbedingten Hautschäden.

- Als Zusatz für Tierfutter eignet sich das Leinöl sehr gut, so erreicht man bei Pferden ein schön glänzendes Fell. Bei Hunden und Pferden fördert das Leinöl zusätzlich noch die Verdauung.

- Leinöl eignet sich auch sehr gut zur Pflege von Holz und Leder. Mit Leinöl lassen sich ebenfalls Ölfarben verdünnen.

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